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GRAFFITI NEWS – Altes Kabelwerk Köpenick Berlins Streetart-Paradies ist bald Geschichte 

GRAFFITI NEWS – Altes Kabelwerk Köpenick Berlins Streetart-Paradies ist bald Geschichte

 

Altes Kabelwerk Köpenick Berlins Streetart-Paradies ist bald Geschichte

Schaut man von der benachbarten Salvador-Allende-Brücke herüber, sieht man nur noch eine grüne Wand. Bäume, Büsche, ein scheinbar undurchdringliches Dickicht am Ufer der Müggelspree. Durch die Wipfel blitzt ein angeschlagenes Gebäude auf. Kaputtes Dach, offene Fensterhöhlen – das einstige Kabelwerk Köpenick. Seit 25 Jahren modert die Zweigstelle des VEB KWO (Kabelwerk Oberspree), in der einst 1600 Menschen arbeiteten, vor sich hin. Graffitisprayer haben die entkernten Hallen als illegale Galerie für sich entdeckt.

Wer in den letzten Jahren regelmäßig durch die Friedrichshagener Straße fuhr, konnte im Laufe der Zeit dem Zerfall des Bauwerks, das von einer Backsteinmauer geschützt ist, zusehen. Wie erst Scheiben von Vandalen eingeschlagen wurden, Teile des Dachs einfielen, dann Gräser und sogar Bäume das alte Gemäuer eroberten. Das gleiche Bild im Inneren. Als die Oberlichter in den Hallendecken zersplitterten, die Gebäude Wind und Wetter ausgesetzt waren, kam die Natur zurück. Erst Moos, dann Bäume. Efeu wuchert alte Metallsäulen hoch, Flieder blüht – die Hallen, in denen einst Kabel produziert wurden, haben sich in einen grünen Dschungel verwandelt. Mittendrin eine Kanzel, direkt unter der Hallendecke, von der aus die Produktion gesteuert wurde.

Ich kann mich noch daran errinnern, wie es war, als das Werk brummte, die Maschinen ratterten, Kabel gezogen und auf Trommeln gerollt wurden. Im Sommer 1980 habe ich hier während der Sommerferien drei Wochen als Schüler gearbeitet. Auf der anderen Straßenseite, in der Kabeltrommel-Produktion des KWK. Jeden Tag zur Mittagspause ging es rüber ins Hauptgebäude, in die Kantine. Eine Bulette gab es für 30 Pfennig, Mittagessen ab 80 Pfenning. Nur noch eine ferne Erinnerung. Die Maschinen verschwanden vor 25 Jahren, Kinosaal und betriebseigene Kinderpoliklinik sind Geschichte, an manchen Stellen erinnern verwitterte Inschriften (Rauchen verboten) an damals.

Bald entstehen auf der Brache über 1.000 Wohnungen

Dabei blickt das Kabelwerk Köpenick auf eine stolze Geschichte zurück. Im letzten Jahr wäre es an der Zeit gewesen, den 100. Geburtstag zu feiern. 1916 wurde der Grundstein gelegt, erbaut wurde das Werk von Julius Vogel und seinen Söhnen, später hieß es C.J. Vogel Draht- und Kabelwerk AG. 1939 übernahm Siemens das Gelände als Fa. Elektrische Licht- und Kraftanlagen. In der DDR wurde es Teil des Kombinats Kabelwerk Oberspree. Wo früher Kabel gerollt wurden, trollen sich jetzt Graffiti-Sprayer. Darunter auch wahre Künstler. Das fast zehn Meter breite Triptychon „The Weird“ wäre wohl in jedem Kunstmuseum ein Blickfang: Mona Lisa und Dali verschmelzen zu echter Street Art. Zwischen zarten Birkenbäumchen fletscht ein böser Wolf seine Zähne, in einem grün zugewucherten Raum, ohne Decke, ohne Dach, schauen einen durchs Grün die Augen eines weiß Vermummten eindringlich an.

Die Graffiti werden wohl bald Geschichte sein. Denn das KWK-Gelände hat wieder eine Zukunft. Im Frühjahr kaufte die Deutsche Wohnen die 70.000 Quadratmeter, plant über 1000 Wohnungen „für die Mittelschicht“, wie das Unternehmen mitteilt. Pförtnerhäuschen, die Backsteinmauer sowie die beiden großen Gebäude am Eingang stehen unter Denkmalschutz und bleiben erhalten. „An das Gelände wird ein Uferweg anschließen, der öffentlich zugänglich sein soll“, verspricht Mira Schnittger von Deutsche Wohnen.

– Quelle: berliner-zeitung.de

 

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